Fondazione Ragghianti

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Adresse: 

Complesso monumentale di San Micheletto
Via San Micheletto, 3
55100 LUCCA

Telefon: 
(+39) 0583 467205

Die Stiftung

Das Kunstzentrum “Centro Studi sull’arte Licia e Carlo Ludovico Ragghianti” entsteht 1981 dank der Schenkung der Bibliothek, der Fotothek und des Archivs des Ehepaars Ragghianti an das Bankinstitut Cassa di Risparmio di Lucca.

Mit der Unterstützung der Cassa di Risparmio di Lucca, der Region Toskana, der Provinz- und Stadtverwaltung von Lucca wurde der Verband im Oktober 1984 in eine Stiftung umgewandelt. Wie es vom Ehepaar Ragghianti gewollt war, liegt der primäre Stiftungszweck in der Einrichtung eines Zentrums zur Erforschung der Kunst und deren Einfluss in Geschichte und in Gegenwart.

Der Buchbestand (Schenkungen von C.L. e L. Ragghianti, P.C. Santini, A. Geri, S.Coppola, G. Bertolli, D.Sella, R.Carrieri, M.Tobino, A. Salvadori, Isa Belli Barsali und Giovanni und Vera Pieraccini) umfasst mehr als  70.000 Volumen und etwa 800 Zeitschriften. Dazu zählen auch Diplomarbeiten der Fakultät Kunstgeschichte der Universität Pisa, die vom Akademiker Piero Pierotti geschenkt wurden.

Außerdem besitzt die Stiftung die Archive Ragghianti, P.C. Santini, S. Coppola, L.Guerrini, I.Cardellini und eine Sammlung von über 36.000 Kunstkatalogen. Die Fotothek zählt etwa 200.000 Bilder.

Gemälde, Zeichnungen, grafische Werke und Skulpturen gehören ebenso zur Stiftung. 2012 wurde die Sammlung der Kunstwerke der Fondazione Ragghianti von der Abteilung für Schöne Künste und Kulturlandschaft der Regionalen Direktion der Toskana mit dem Dekret Nr. 394/2012 als kunsthistorischer Gegenstand definiert.

Carlo Ludovico Ragghianti

Carlo Ludovico Ragghianti war Historiker und Theoretiker der Kunstgeschichte. Er wurde am 18. März 1910 in Lucca geboren und starb am 3. August 1987 in Florenz. Sein Studium absolvierte er in Pisa unter dem Professor und Kunstkritiker Matteo Marangoni. Hier lehrte er auch bis 1972. Er gehörte zu den Befürwortern der Resistenz gegen den Faschismus und trat der Aktionspartei „Partito d’Azione“ bei. Am 8. September 1943 organisierte er den bewaffneten Widerstand in der Toskana. Er war Vorsitzender des toskanischen Komitees der nationalen Befreiung CLN und führte die vorübergehende Regierung, die Florenz am 11. August 1944 befreite.Unter der Regierung Parri wurde er zum Staatssekretär für Kunst und Schauspiel ernannt. Er beschäftigte sich unter anderem mit institutionellen Problemen gebunden an die Universitätsreform, mit der Lehrerausbildung und dem Schutz des künstlerischen Erbes. Stark engagierte er sich ebenfalls für die Einführung der Lehre der Filmgeschichte und –kritik an den italienischen Universitäten.

Die kulturelle Bildung von Carlo L. Ragghianti war von der Theorie der Ästhetik und der „puren Sichtbarkeit“ des Philosophen und Literaturkritikers Benedetto Croce beeinflusst, und weiterhin von den Theorien von Konrad Fiedler, Alois Riegl, Julius von Schlosser.

1933 seine erste Veröffentlichung in der von Benedetto Croce geleiteten Zeitschrift „La Critica“, mit einem Essay über Carracci. Es folgen Studien über Vasari und Essays zur Film- und Schauspielwelt als Ausdruck bildender Kunst. Hier zeigte sich bereits sein frühzeitiges Interesse an den Darstellungsmethoden der visuellen Sprache. Wie seine drei Bände „Arti della visione“ (1974-1979) bezeugen, pflegte Ragghianti dieses Interesse sein ganzes Leben lang. Diese Veröffentlichungen sind eine Zusammenfassung seiner Studien über den Film als bildende Kunst, über das Theaterschauspiel und über die Kunstphilosophie. 1935 gründete er mit Ranuccio Bianchi Bandinelli und in Zusammenarbeit mit Roberto Longhi das kunstkritische Magazin „Critica d’arte“.

Zusammen mit seiner Ehefrau Licia Collobi und mit der finanziellen Unterstützung von Adriano Olivetti  leitete er von 1952 bis 1965 die Kulturzeitschrift seleArte, eine der bedeutendsten Erscheinungen der Nachkriegszeit mit einer Auflage von 55 000 Kopien.Die Interessen Ragghiantis im Bereich der Kunsttheorie und –methodik sind durch seine kunstkritischen Schriften „Commenti di critica d'arte“ (1946) und „Profilo della critica d'arte in Italia“ (1948) belegt. Unter seinen Studien zur historisch-philologischen Rekonstruktion sind  „Arte in Italia“ (1967) , „Impressionismus“ (1946) und „Mondrian und die Kunst des 20. Jahrhunderts“ (Auszeichnung „Premio Viareggio“, 1963) erwähnenswert.

Ragghianti war Gründer und Förderer mehrerer kultureller Institutionen, darunter „Istituto di Storia dell’Arte“ und „Raccolta nazionale di Disegni e Stampe” der Universität Pisa, die internationale Hochschule „Università Internazionale dell'Arte di Firenze“ (1969). 1980 gründete er mit seiner Frau die Stiftung „Fondazione Centro Studi sull'arte Licia e Carlo L. Ragghianti”, der er seine Bibliothek und Fotothek geschenkt hat.

Die Filmproduktion der Serie seleArte (zu ihr zählen 18 der 21 von Ragghianti ab 1948 produzierten Critofilmen, „La deposizione“ von Raffaello, und 1964 fertiggestellt, Michelangiolo) war von grundlegender Bedeutung, denn Ragghianti nutzte die Filmkunst als Mittel kritischer und verbreitender Recherche. In seinen Filmwerken sprach Ragghianti verschiedene kunstgeschichtliche Themen an: von der Renaissancemalerei (Andrea del Castagno, Piero della Francesca, Botticelli) bis zum 20. Jahrhundert (Rosai), von der Kunst zur Zeit der Etrusker bis zur römischen Kunst. Weiterhin wurden Bereiche wie Architektur und Stadtgründung behandelt (Lucca, Venedig, Pompei). Sein größtes Ergebnis erzielte er mit Michelangiolo.

Informationen

Direktion
Maria Teresa Filieri - direttore@fondazioneragghianti.it

Sekretariat und Verwaltung
Giuliana Baldocchi - giuliana.baldocchi@fondazioneragghianti.it

Archive und Bibliothek
Francesca Pozzi
- francesca.pozzi@fondazioneragghianti.it

Austellungen und Fotothek
Angelica Giorgi -
angelica.giorgi@fondazioneragghianti.it

Verlag
Laura Bernardi -
laura.bernardi@fondazioneragghianti.it

Bildungseinrichtung
Valentina Del Frate
- valentina.delfrate@fondazioneragghianti.it

Pressebeauftragter
Elena Fiori
- elena.fiori@fondazioneragghianti.it

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Öffnungszeiten: 

Sekretariat: Mo. bis Fr. lunedì al venerdì 9:00 bis 13:00 Uhr, 15:00 bis 18:00
Bibliothek: Mo. bis Fr. lunedì al venerdì 15:00 bis 18:00; Di 9:00 bis 13:00 Uhr, 15:00 bis 18:00

 

Preise: 

Freier Eintritt