Die barocke Fassade der Villa Torrigiani in Camigliano. Ockerfarbener Stuck, verziert mit architektonischen Ornamenten aus Pietra Serena und weißen Kalksteinstatuen. Über dem Dach erhebt sich ein mit Statuen bekrönter Belvedere. Vor der Villa erstreckt sich ein Rasen im englischen Stil, seitlich stehen große, belaubte Bäume.

Villa Torrigiani

Im Jahr 1651 erwarb Nicolao Santini von der Familie Buonvisi eine Landvilla, die zuvor bereits deren Sommerresidenz und zeitweise ein Kloster gewesen war. Spätere Ereignisse und Besitzerwechsel prägten das heutige Erscheinungsbild. Santini selbst, Botschafter der Republik am Hof ​​des Sonnenkönigs, schlug die Gestaltung eines kleinen Palastes vor.

Eine lange, von Zypressen gesäumte Allee bildet den eindrucksvollen Eingang zur Villa Camigliano, einem kleinen Juwel in der umliegenden landwirtschaftlichen Hügellandschaft. Als perfekte Kulisse für eine der bedeutendsten monumentalen Villen Luccas zieht sie schon von Weitem die Blicke auf sich und offenbart sich, sobald man das große schmiedeeiserne Tor passiert hat, im üppigen Helldunkel der Fassade mit den Serlianischen Fenstern, den in Nischen und Gesimsen wunderschön angeordneten allegorischen Statuen und den fachmännisch aus rustikalem lokalem Stein gefertigten Quaderwerken und Stuckarbeiten.

Eine kurze Treppe führt ins Innere, in die große Halle und die angrenzenden Räume, die prächtig mit edlen Seidentapeten ausgestattet sind. Diese waren über viele Jahrhunderte hinweg der Stolz und Reichtum der Kaufleute und Handwerker von Lucca und ein Zeugnis des Hoflebens der Aristokratie der Stadt.

Die Trompe-l’œil-Fresken lassen unweigerlich den Garten erahnen: kunstvoll und raffiniert, voller Anspielungen auf französische Königsgärten, klassische Allegorien und exotische Pflanzen, mit derselben Sorgfalt gestaltet wie das Gebäude selbst. Ein weitläufiger englischer Rasen mit zwei französisch inspirierten Teichen betont die Weite der Villa. Seitlich davon liegt der duftende Kräutergarten, Floras geheimer Garten, eingebettet zwischen einem kostbaren Nymphäum und einer eleganten Treppe, die zum Fischteich im Gartengeschoss führt.